Is agile like teenage sex?

In Kicking Scrumbut wird ein Zitat aus einem Blog wiedergegeben, welcher immer wieder für Gesprächsstoff und Diskussionen gut ist:

Agile development is like teenage sex. Everyone says they’re doing it, but only 10% are. And those who are — ARE DOING IT WRONG.

Über die Analogie mag man lächeln, sie vielleicht sogar als sexistisch betrachten. Aber sie beinhaltet leider sehr viel Wahrheit.

Teams, die im Daily ‚reporten’, während dem Sprint sich ändernde Vorgaben, Quality-Departments, an welche die Software zur Prüfung ‚übergeben’ wird, disziplinarische Vorgesetzte, welche als Product Owner fungieren. Dies und vieles mehr ist die Regel, nicht die Ausnahme. Und dies hat nichts mit agiler Software-Entwicklung – und noch viel weniger mit Scrum zu tun.

Es ist nichts gegen iterative Entwicklung, gegen klassische Methodik einzuwenden. Im Gegenteil. In vielen Fällen, und gerade wenn die Organisation (noch) nicht bereit für Veränderungen ist, kann mit iterativen Vorgehensweisen qualitativ hochwertige Software ausgeliefert werden. Aber wenn man sich auf Scrum einlässt, sollte man sich vorab damit beschäftigt haben, und nicht absolut unvorbereitet in jeden Fehler laufen, den viele andere (Organisationen) schon gemacht haben, und über die man sich ohne weiteres informieren hätte können.

Es nicht peinlich, zu fragen. Es ist aber peinlich und teuer, klassische Fehler selbst zu wiederholen. Und auch wenn darüber meist nicht geredet wird, so wissen doch alle Beteiligten im Nachhinein, dass es hätte besser laufen können.

Dennoch, wir lernen alle aus Fehlern, dies ist der wichtigste Aspekt an einer empirischen, adaptiven Methodik. Wichtig ist, dass man bereit ist, zu lernen. Dass man bereit ist, andere Erfahrungen in Betracht zu ziehen. Um die Lernkurve möglichst effizient zu gestalten, und um – schliesslich und endlich – den maximalen Wert (für die Organisation) in einem vertretbaren Aufwand zu erzielen. Und, nicht zum Schluss, um Spass bei der ganzen Sache zu haben.

Es ist genau dieser Gedanke aus dem Lean-Management, Prozesse zu evaluieren und zu optimieren, welcher agile Software-Entwicklung auszeichnet. Und auch wenn die kritische Masse an erfolgreichen agilen Transitionen noch nicht erreicht ist, so sind Erfolge wie bei SAP, Spotify und Xerox  Indizien dafür, dass agile Entwicklung der richtige Weg sein kann.

Einige absolut essentielle Betrachtungsweisen hierzu haben Craig und Bas in ihren Büchern und auch diesem Artikel beschrieben.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.